Autobahnkreuz Darmstadt
Beschreibung:
Aufgabenstellung bei dem Entwurf mit dem Titel "130-0" hatte zur Aufgabe, die Autobahnraststätte von morgen zu entwickeln.
Man konnte den Ort frei aussuchen.
Ich habe den Entwurf beim Renault Traffic-Design Award eingereicht. Er bekam dort eine von 4 Anerkennungen.
Lehrstuhl: Lehrgebiet für Bauplanung (Prof. Fuhrmann)
Betreuer: Martin Schneider, Prof. Fuhrmann
Jahr: SS 2003
benötigte Zeit (Wochen): 12
Im: Hauptstudium
Aachener Entwurfstyp: Gebundener Entwurf
Uni: RWTH Aachen
Entwurfsbeschreibung
 Schnitt a |
 Rendering |  beim Fahren... (rend |  Parken (Rendering) |  Parken (Rendering) | |
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Der Bestand / Die Idee
Autobahnkreuze haben aus der Luft gesehen eine Ästhetik, die man sonst überhaupt nicht wahrnehmen kann. Die Verkehrsknoten, in einem kleinen Maßstab betrachtet, sehen wie natürlich gewachsene Objekte aus; dabei erwachsen sie aus Menschenhand und darüber hinaus entsteht ihre Form nicht aus künstlerischen Überlegungen, sondern aus rein logischen Aspekten. Ein Autobahnkreuz soll mit möglichst geringem Zeitaufwand für den Autofahrer und hoher Sicherheit zwischen zwei Autobahnen vermitteln. Alles ist also auf Geschwindigkeit getrimmt, sonst wäre lange nicht so viel Fläche notwendig, um diesen Übergang zu bauen.
 Perspektive |  Perspektive |  Perspektive | | |
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Konzept
Ein Autobahnkreuz soll durch eine Raststätte erlebbar gemacht werden. Und zwar sowohl für Autofahrer, die das Kreuz lediglich in seiner Grundfunktion, dem Transit, benutzen wollen, als auch für Benutzer der Autobahnraststätte, die sich über das Autobahnkreuz legt. Also für den stehenden und fahrenden Betrachter. Geschwindigkeit spielt eine große Rolle, ebenso wie Raumeindrücke, die die Komplexität und Geometrie des Kreuzes sichtbar machen, oder sogar vielfach überhöhen.
 Bestand |  Gesamtstruktur |  LKW Spuren |  PKW Spuren |  Spassbruecken |
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Umsetzung
Als Ort wurde das Autobahnkreuz Darmstadt gewählt. Die Raststätte befindet sich über dem Autobahnkreuz, um gleichzeitig vier Fahrtrichtungen zu bedienen. Es gibt kein zentrales Gebäude, vielmehr besteht die Raststätte nur aus Fahrbahnen, an denen man parken kann. An diesen Parkplätzen, die in ihren Ausmaßen gegenüber herkömmlichen Parkplätzen etwas überdimensioniert sind, bekommt man das gesamte Serviceangebot einer Raststätte über dezentrale, also an jedem Parkplatz angeordnete Elemente. Diese Elemente umfassen eine speziell entwickelte Zapfsäule, einen Rohrpost-Output und eine sog. Paystation an der man sowohl bargeldlos bezahlen kann, als auch auf einem TFT-Touchscreen Speisen, Getränke, kleinere Snacks, Magazine etc. bestellen kann, die dann per Rohrpost binnen weniger Sekunden geliefert werden. Zudem gibt es einen Witterungsschutz in Form von einem Schirm, der sich bei Regen (über Sensoren gesteuert) öffnet. Toiletten befinden sich alle 60 m auf den PKW Parkplätzen. Den LKW Parkplätzen stehen zus. Duschen zur Verfügung.
Über diese Service-Elemente hinaus, die dem Kurz-Nutzer einer Raststätte genügen, gibt es die sog. Spassbrücken (im Plan A-E). Sie verbinden die einzelnen Parkspuren (angeschlossen über Treppen und z.T. ebenerdige Verbindungen an sowohl PKW als auch LKW Spuren). Die Spassbrücken sind in Ihrer Ausrichtung und Lage inspiriert durch das Bild eines DNS Stranges. Dabei stellen die PKW Spuren die Doppelhelix da, die Spassbrücken sind die Basenpaare, die orthogonal zu den PKW Spuren abgehen.
Die Brücken sind intensiv begrünt. Bänke und Heizstrahler begleiten den Weg. Kinderspielgerät ist in unregelmäßigen Abständen angeordnet, um den Spazierweg für Kinder attraktiv zu gestalten und gleichzeitig zum weitergehen animiert. Zwischen den Spassbrücken B,C und D spannen eine Schwimmbahn für den schnellen sportlichen Ausgleich und eine Kneipp-Kur-Bahn, die extrem schnelle Erfrischung verspricht.
Eine Werkstatt wird durch einen mobilen Einsatzwagen ersetzt, der in der Ebene der LKWs verkehrt. PKWs mit einer Panne nutzen also für diesen Fall die LKW Parkplätze.
 Parkplätze |  Kneipbahn |  Parken |  Schwimmen |  Spassbruecken |
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 (klicke auf Bild, um hochauflösend anzuzeigen - 1024 x 724) Service Elemente |
Wettbewerb
Begründung der Jury
(Anerkennung beim
Renault Traffic-Design Award)
Autobahnkreuze und Raststätten waren bislang aus gutem Grund räumlich voneinander getrennt. Hier der Ort des zügigen Richtungswechsels, dort einer, an dem man sich entspannen und erholen soll, um baldmöglichst ausgeruht weiter reisen (und rasen) zu können.
Um so überraschender Kai Kasugais Vorschlag: Er verknüpft am Beispiel des ohnehin schon gigantischen Verkehrsknotenpunktes Darmstädter Kreuz Fahr- und Erholungszonen. Er vervielfacht die Fahrspuren, legt riesige Betonstrukturen darüber, Parkplätze für Lastwagen und PKWs. Sein Monumentalgebilde verbindet er mit begrünten „Spaßbrücken“, die inmitten des von Lärm und Abgasen umgebenen Unortes zum „schnellen, sportlichen Schwimmen“, Spazieren oder zum Kneipp-Kuren einladen.
Wo eine Raststätte üblicherweise zentrale Funktionen wie Restaurant, Toiletten, Tanken zentral vorsieht, löst Kasugai jeglichen Gemeinschaftsort auf. Stattdessen bringt er Serviceelemente dezentral dort an, wo sie gebraucht werden. Wie im Autokino oder Drive-in-Restaurant wird die Verpflegung direkt zum Auto geliefert. Ein eigenes Rohrpostsystem ist dafür vorgesehen. Zahlstation, ein Schirm, der sich bei Regen von selbst entfaltet, und alle 60 Meter eine Toilette: Die Perfektionierung des Rastens im Individualverkehr kann man durchaus kontrovers interpretieren. Kasugais Entwurf lässt sich als mahnender Albtraum ebenso wie als visionär ironisches Spektakel verstehen. Neben dieser Ambivalenz überzeugte die Jury der erfrischend klar kommunizierte und bis ins Detail ausgearbeitete Entwurf.
 Modellfoto |  Modellfoto |  Modellfoto |  Modellfoto |  Vogelperspektive |
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Gesamtplan
 (klicke auf Bild, um hochauflösend anzuzeigen - 770 x 1106) Gesamtplan |
Filme - download
zuletzt bearbeitet: 24.11.2004
Alle Abbildungen © Kai Kasugai (ausser andere Quellenangabe)
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